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Wie funktioniert Bungeejumping heute?

Als erstes muss einmal festgestellt werden, dass sich die Technik der Seile grundsätzlich verändert hat.
Die einzelnen Fäden des Bungeeseils bestehen aus Latexlitzen. Circa 1000 solcher Litzen sind zu einem Paket zusammengefasst, welches dann ein Bungeeseil darstellt. Einige Veranstalter, darunter auch Bungeesports, verwenden Seile, welche mit einem Reiß- und Überdehnschutz ausgestattet sind.

Wie funktioniert ein Reiß- und Überdehnschutz?

Das komplette Seilpaket hat eine Gesamtdehnungslänge von ca. 37 Metern, die nicht überschritten werden darf.
Diese Länge wird nur überschritten, wenn das Seil überlastet ist (durch zu hohes Springergewicht) oder wenn Fäden im Seilpaket reißen. In diesem Fall besteht Lebensgefahr für den Springer!
Um dieses Problem zu umgehen, wird an der Außenfläche des Seilpaketes ein flaches Seil angebracht, welches einer Belastung von ca. 2 Tonnen standhält. Der Anfang und das Ende vom Reiß- und Überdehnschutz sind fest mit der Gondel und den Fußschlaufen des Springers verbunden. Die Gesamtlänge dieses flachen Seils (ab sofort Reiß- und Überdehnschutz genannt) beträgt 37,5 Meter.
Im entspannten Zustand des gesamten Seilpaketes ist dieses nur ca. 11 Meter lang. Die nicht benötigte Länge des Reiß- und Überdehnschutzes wird aufgenommen, indem sich der selbige in Schlaufen legt. Wird das Seilpaket belastet, so werden zunehmend die Schlaufen aufgebraucht und der Reiß- und Überdehnschutz legt sich flach an das eigentliche Seilpaket.
Durch die gemeinsamen Aufhängungspunkte von Reiß- und Überdehnschutz sowie dem eigentlichen Seilpaket wird die Gesamtlänge des Seilpaketes durch den Reiß- und Überdehnschutz begrenzt. Somit kann der Springer nicht mehr den Sicherheitsabstand zum Boden unterschreiten. Der Springer würde im Falle eines Risses des Seilpaketes durch den Reiß- und Überdehnschutz unsanft abgebremst werden. Da diese Seile sehr teuer sind, verwenden leider nur sehr wenige Veranstalter diese. Mir ist nur Bungeesports bekannt.


Zum besseren Verständnis hier ein Bild von einem Seilende:

Der Bobbin besteht aus Plastik. Um ihn herum liegen die einzelnen Latexlitzen (ca. 1000).
Das eigentliche Paket wird, wie auf diesem Bild dargestellt, von einer dünnen blauen Schnur zusammengehalten.
Deutlich ist der Überdehnschutz zu erkennen, er verläuft raupenartig am Seilpaket. In Höhe des bobbins verlässt er dieses und geht direkt an die Kombination aus zwei Karabinerhaken.
Es werden grundsätzlich zwei verschiedene Karabinerhaken verwendet. Durch die unterschiedlichen Schließmechanismen erhöht sich die Sicherheit gegen Falschbedienung zusätzlich.
Zwei (im Foto nicht bezeichnete) Schlingen gehen durch die Mittelbohrung des bobbins und enden an den zwei Karabinerhaken.

Zum Schluss werden die Karabinerhaken in das doppelte Varioseil zum Kranhaken eingehangen.

 

Sonstiges zur technischen Ausstattung

Es werden überwiegend Artikel aus dem Bergsteigerbereich verwendet. Als Ausrüster hat sich Stubai sehr gut bewährt. Alle verwendeten Leinen haben eine Mindestbelastungsgrenze von 2000 kg.
Der Autokran ist von seriösen Unternehmen angemietet wobei der Kranfahrer eine spezielle Ausbildung für Personentransporte hat. Für die besonderen Bedingungen beim Bungeespringen ist er wird er vor Veranstaltungsbeginn instruiert und trainiert.
Die Gondel, auf der der Springer steht, ist über ein Trapez am Kranhaken eingehangen. Bei Bungeesports wurde diese sogar durch den TÜV konstruiert und gebaut.
Im Gondelboden befindet sich eine Durchführung für das Varioseil. Dadurch hängt der Springer über das Varioseil direkt am Kranhaken und ist von der Gondel entkoppelt.

Direkt unter dem Springer befindet sich ein sogenannter Airbag. Dieser soll den Springer abfangen falls das Seil reißen sollte. Das kann jedoch nicht passieren wenn ein Reiß- und Überdehnschutz verwendet wird.

 
   
© 2004 Jens Uhlig letzes Update: 25.04.2004