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AFF = accelerated freefall

Diese englische Abkürzung steht für eine Ausbildungsmethode und bedeutet soviel wie "beschleunigte Freifallausbildung".
Meiner Meinung nach ist das die zur Zeit effektivste Methode, die Fallschirmsport Basics zu erlernen.
Das Ziel der Ausbildung ist der kontrollierte und lange Freifall. Dieser wird dabei nicht ans Ende des Lernprozesses, sondern gleich an den Anfang gestellt. 

Absprünge mit automatischer Auslösung oder kurzen Freifallzeiten entfallen.

Der AFF besteht aus sieben aufeinander abgestimmten Leistungsstufen (Levels).
Im Idealfall kann die ganze Grundausbildung in 7 Sprüngen absolviert werden kann. 
Dabei baut jedes Level inhaltlich auf dem vorhergehenden auf.

Bei Level 1 (also direkt nach der Groundschool ("Bodenschule")) halten zwei erfahrene AFF-Lehrer den Schüler vom Absprung aus dem Flugzeug bis zur Öffnung des Fallschirmes fest. 

Der AFF Student soll sich damit zum einen an den freien Fall gewöhnen. Zum anderen geht es hier aber bereits um die Durchführung  eines Lernprogrammes und das "verinnerlichen" wichtiger Handgriffe und Kontrollblicke. 
Die Freifallphase dauert etwa 40 bis 50 Sekunden.
Richtige Körperhaltung, ständige Kontrolle des Höhenmessers und eine gewisse "awareness", also ein Bewusstsein für das was gerade passiert wird durch alle Levels hinweg trainiert.

Beim ersten Level kommt es hauptsächlich auf die Kontrolle der eigenen Höhe, Blickkontakt zu den Lehrern, Scheinöffnungen des Fallschirms und das tatsächliche Öffnen des Fallschirmes in 1500 Metern Höhe an.

In "Notfällen" können die Lehrer jederzeit von einem Hinweiszeichen ("Achte auf die Höhe") bis zum Öffnen des Schülerfallschirmes eingreifen.

 

Das "Lernprogramm" steigert sich mit dem Fortschritt der Ausbildung. Bereits beim dritten Level lassen die Lehrer ihren Schüler völlig los. Jedoch befinden sie sich in unmittelbarer Nähe des Schülers. Auch hier werden die Lehrer jederzeit helfend eingreifen und Zeichen geben. Wird das Ausbildungsziel in einem der Level nicht erreicht, muss er wiederholt werden.
Aus meiner Erfahrung kann ich berichten, das eine "Klassenarbeit-Situation" nicht bestand. In der Regel hat der Schüler (zumindest war es bei mir so) andere "Sorgen".

Schon mit Erreichen des vierten Levels springt nur noch ein Lehrer mit. Nach dem gemeinsamen Absprung,(Fachleute nennen das einen "linked exit") bei dem der Schüler vom Lehrer festgehalten wird, gibt dieser ihn frei, damit das Programm 
mit kontrollierten Übungen beginnen kann. Im Level vier wird gelernt wie Drehungen gestartet werden (was den meisten Schülern auf anhieb gelingt) und wie diese Drehungen wieder gestoppt werden. (Da hatte ich so meine Problemchen)

Beim letzten Level zeigt der Schüler, in einem Sprung zusammengefasst, schließlich seine erlernten Fähigkeiten.  2 Drehungen (360 links/360 rechts), ein rückwärts Salto, ein vorwärts Salto sowie das kontrollierte Anfliegen des Lehrers sind das Ziel.
Ist der Schüler erfolgreich, hat er das Ziel, selbständig frei fallen und allein weiterspringen zu können (dürfen) fast erreicht.
Jetzt fehlen nur noch einige Kisten Bier (je nach Sprungplatz) und eine ordentliche Party. (Die meisten Skydiver sind Bier und Party nicht unbedingt abgeneigt)

Der Schüler kann also nach nur (mind.) 7 Sprüngen ganz allein und ohne Lehrer den freien Fall genießen.

Wenn die Rahmenbedingungen gut sind, d.h. Wetter, Flugzeugkapazitäten und Lernerfolg des Schülers, kann das AFF-Programm innerhalb weniger Tage abgeschlossen werden.

Ich habe meinen AFF bei Idealbedinungen inklusive der Groundschool in 4 Tagen geschafft.

Ein AFF-Kurs ist wegen seiner individuellen Betreuung die kostenaufwendigste, aber auch die schnellste und meiner Meinung nach die fundierteste Form der Ausbildung.

 
   
© 2004 Jens Uhlig letzes Update: 25.04.2004